Selbstreflexion- Materielles- Teil 2

Selbstreflexion- Materielles- Teil 2

Materielles

Das erste Zwischenziel der ,,Reise„ ist die Auseinandersetzung mit dem Thema <Materielles>. Materielles kann sehr vieles sein ( Kleidung, Kosmetika etc.), doch um es spezifischer zu machen, konzentrieren wir uns mal auf unser Essen. Wir alle essen. Und wir alle essen sehr verschieden. Das Thema Ernährung wird meist sehr kontrovers diskutiert. Ich habe ebenfalls meine ganz eigene Meinung zu dem Thema, doch diese werde ich zurückhalten und dir ein paar Fragen zum Nachdenken mitgeben.

Fragen sind meiner Meinung nach eine gelungene interaktive Möglichkeit, dass du die ,,Reise„ ganz individuell durchläufst, denn den einen richtigen Weg gibt es nicht. Ob du dein Leben so führst, wie es für dich moralisch vertretbar ist, kannst nur du selbst entscheiden. Sei allerdings bitte ehrlich zu dir. Es kann unbequem werden. Mit meinen Fragen wirst du nicht verurteilt. Versuche sie neutral, ohne dich in einer Rechtfertigungsposition zu sehen, zu beantworten:

  • Weißt du wer das (Essen) produziert hat, dass auf deinem Teller liegt?
  • Weißt du, wie und wo das (Essen )entstanden ist? Manufaktur? Bauernhof? In welchem Land?
  • Wie wurde(n) die Person(en) entlohnt?
  • Ist dafür ein Lebewesen gestorben?
  • Wenn ja, könntest du das Lebewesen auch selber töten?
  • Kannst du nach Beantwortung der Fragen all diese Punkte ethisch vertreten?

Beispiel

Als konkretes Beispiel wähle ich die Milch, die bei vielen Menschen morgens in den Kaffee oder ins Müsli kommt. Das Problem ist, die Herkunft eines Produkts anzugeben, ist nicht verpflichtend. Es ist also gar nicht so einfach zu bestimmen, woher die Produkte genau kommen. Allerdings lässt sich die Frage ,, Wie wurde das Produkt hergestellt?´` leichter beantworten.

In der kommerziellen sowie in der ,,Bio„ Milchproduktion steht jeder Kuh ungefrähr 2,7- 4m2 zu. *Die Kühe stehen auf verdreckten Böden und rutschen häufig aus. 27% der Kühe sind an Ketten befestigt und haben 2 Quadratmeter Platz zur Verfügung. Die weiblichen Kühe müssen schwanger sein, um Milch zu produzieren, also werden sie mehrmals jährlich künstlich besamt. Während der Schwangerschaft wird die Kuh weiterhin gemelkt, was für sie äußerst schmerzlich ist. Wenige Stunden nach der Geburt wird das Kalb der Mutter entrissen.  Für Mutter und Kind ist dies höchst traumatisch. Außerdem tragen Kühe normalerweise Hörner, doch die Hörner werden ihnen abgenommen. Meist ohne Betäubung, obwohl die Hörner nervendurchleitete Körperteile sind. Mehr zu dem Thema findet man beispielsweise auf YouTube:  https://www.ariwa.org/milch-bedeutet-immer-leid-video/.

Es handelt sich hierbei um Fakten und keine Empfindungen. Menschen werden weiterhin Gründe finden, um Milch zu trinken, doch ignorieren sollte man das Hintergrundwissen nicht.

Bewusstsein verhindert Unverantwortung

Das Bewusstsein bzw. das Wissen, was hinter der Produktion von Ware steckt, ist immens wichtig für unser Vorgehen. Wer also nach der Auseinandersetzung mit der Herstellung der Produkte, die er/sie zu sich nimmt, weiterhin beispielsweise Milch trinkt, der macht das im vollen Bewusstsein mit den Konsequenzen und in voller Verantwortung für sein Handeln. Die bewusste Auseinandersetzung lässt nicht zu, dass wir uns als unschuldig und unbeabsichtigt raus reden können.

Wenn du dich weiterhin entscheidest Milch zu trinken, dann ist das okay, doch du machst es nun bewusst und als Verantwortlicher für dein Handeln.

Übertragung

Im Grunde lassen sich die Nahrungsfragen auf alles Materielle des Alltags anwenden. Auf unsere Kleidung, Möbel oder technischen Geräte. Wir besitzen so vieles, da ist die Liste nun mal unendlich groß.

Ich persönlich bin begeistert vom  Prinzip ,,weniger ist mehr`´. Ganz praktisch gesehen, muss man sich je weniger Material man hat, mit weniger herum plagen und unwohl fühlen.

Interaktiver Teil

Mach dir doch mal eine Liste, mit allen Materiellen Dingen, die du im Alltag verwendest. Wie viel weißt du über die Gegenstände? Nicht viel? In Zukunft kannst du vielleicht mehr drauf achten. Wenn du mit der Herstellungsweise deiner Produkte, die du verwendest nicht zufrieden bist, dann informiere dich nach Alternativen. Second- Hand ist zum Beispiel eine gute Alternative für quasi alles was es neu zu erwerben gilt.

**https://proveg.com/de/5-pros/tiere/milchkuehe-kuhhaltung-milchproduktion/

(Zusatz* Kühe sind sehr intelligente und soziale Tiere, die unter natürlichen Bedingungen bis zu zehn Stunden grasen und mehrere Kilometer täglich zurücklegen. Sie bauen Freundschaften auf und trauern ähnlich wie Menschen um ihre Wegbegleiter. Insbesondere Mütter bauen zu ihren Kälbern enge Bindungen auf. Jede Kuh hat ihren ganz eigenen individuellen Charakter.)

https://www.vegan.at/das-leben-der-rinder-und-milchkuehe



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