Lösungsansätze gegen die Klimakrise

Lösungsansätze gegen die Klimakrise

Politiker*innen, handelt!

Die Wichtigkeit der politischen Entscheidungen in der Klimakrise ist eindeutig. Die Politik muss Entscheidungen treffen und sie dementsprechend auch umsetzen. Nur so können wir effektiv und konstruktiv Klimaschutz gewähren.

Immer wieder überlege auch ich mir, welche Maßnahmen umgesetzt werden müssten, vor allem bundesweit, damit wir die Erhaltung des Pariser Klimaabkommens bewahren und, wie es so schön heißt, unsere Wirtschaft nicht den Bach runter fahren lassen.

Die Befürchtung vieler Menschen ist doch, dass zu schneller und drastischer Klimaschutz, der Wirtschaft massiven Schaden zufügen würde. Schnell muss allerdings reagiert werden, denn es bleiben noch knapp 7 Jahre, dann ist unser CO2 Budget für die Erhaltung des 1,5 C Ziels aufgebraucht.*

Wie gelingt es nun also schnellen und ambitionierten Klimaschutz in einer intakten Wirtschaft zu erhalten?

Davon ab, wird unser Klimaschutzziel nicht erreicht, sind in Zukunft die negativen Folgen für die  Wirtschaft unausweichlich. So weit, wollen wir es aber nicht kommen lassen.

Hauptemittenten in Deutschland lassen sich grob auf vier Sektoren aufteilen. Die Energie, der Verkehr, die Gebäudewirtschaft und die Industrie. Und genau bei diesen Verursachern müssen Lösungen gefunden werden.

Lösungen im Energiesektor

Die  Energiewirtschaft stößt mit am meisten CO2 aus.* Die Lösung des Problems liegt schon auf der Hand. Kohleausstieg und das am besten bis 2030, wie  auch die Studie des Frauenhoferinstituts ausführlich aufzeigt*.

Wenn wir früh genug aus der Kohle aussteigen, dann reduzieren wir  eine ganze Menge CO2 und können zusätzlich Vorbild für viele Industrienationen sein. Die Alternative zur Kohle ist laut einigen Wissenschaftlern wie Herrn Lesch oder Quaschning möglich. Photovoltaik und Windenergien werden wohl die Zukunft sein. *

Die Kohleindustrie wird stark subventioniert *und es werden Milliarden Gelder in den Erhalt dieser zerrütteten Industrie gesteckt. Dieses Geld könnte man viel eher in den Ausbau der erneuerbaren investieren. Was den Verlust von Arbeitsplätzen angeht, haben wir im Grunde ab sofort Zeit die Mitarbeiter*innen umzuschulen und sie auf eine neue zukunftsfähige Industrie vorzubereiten. In diesem Sinne werden keine Arbeitsplätze ab sondern lediglich umgebaut. So wie es auch im Zuge der Digitalisierung zunehmend notwendig sein wird.

Lösungen im Verkehrssektor

Mit 20,8%* in Deutschland trägt der Sektor Verkehr ebenfalls eine Menge zur Umweltverschmutzung bei. Die Lösung ist theoretisch ganz simpel. Mehr auf umweltfreundlichere Alternativen setzen, wie den Zug und Bahnverkehr.

Innenstädte sollten möglichst gar nicht mit Autoverkehr belastet werden, so müssten vorher allerdings Alternativen geschaffen werden. Wenn du mit deinem Diesel Motor nicht mehr in die Stadt zur Arbeit kannst, es aber keine Alternativen gibt, hast du ein Problem. So sollte die erste Priorität der Ausbau eines flächendeckenden und vor allem auch kostengünstigen Zugverkehrs sein.

Zugfahren ist teilweise unheimlich teuer und dadurch auch unattraktiv. Des weiteren werden nicht alle notwendigen Ziele regelmäßig angefahren. In diesem Bereich muss sich etwas tun. Und zwar sofort, denn dies ist die Notwendigkeit, um andere Maßnahmen gegen schädlichen Verkehr einzuführen.

Flüge innerhalb Deutschlands, besonders Strecke, die mit dem Zug innerhalb 4h zur erreichen sind, könnten stark reduziert werden. Um dennoch schnell von A nach B zu gelangen, sollten Schnellzugstrecken tunlichst ausgebaut werden.

Innerhalb der Städte muss den Fahrradfahrern möglich gemacht werden, sich sicher auf ihrem Rad zu fühlen. Außerdem sind Fahrradgaragen wie häufig in den Niederlanden zu finden, eine sinnvolle Maßnahme Diebstahl zu vermeiden. Um die Autos von der Stadt fern zu halten, unter der Bedingung eines erweiterten Zug und Bahnverkehrs, könnte das Parken verteuert werden und die Anzahl der Parkplätze gedrosselt. Um umweltfreundlichere Motoren zu fördern, Wasserstoff und E-Autos, sollten selbstverständlich viel mehr Ladestationen eingeführt werden.

Im Bereich Verkehr spielt insbesondere die Bereitschaft und Verantwortung der Individuen eine Rolle. Die Bürger*innen müssen bereit sein, statt mit ihrem Auto den Zug zu verwenden und ihre lang vertraute Routine abzuändern, nur dann kann auch eine Verkehrswende gelingen.

Damit einzelne Städte nicht an Attraktivität, insbesondere für Unternehmen, verlieren, weil beispielsweise der Autoverkehr stark eingeschränkt wurde, sollten alle deutschen Städte an einem Strang ziehen.

Lösungen im Industriesektor

Ein Sektor, dessen Lösung erstmal nicht ganz so profan klingt. Da die Emissionen des Industriesektors nicht nur auf eine konkrete Ursache zurückzuführen sind, ist eine emissionsärmere Lösung genauso vielschichtig. Klimaschädlich ist beispielsweise die Herstellung von Zement oder  energiefressenden Maschinen. Hier ist die Kreativität der Ingenieure gefragt, klimafreundlichere Methoden oder Maschinen zu erfinden. Das Projekt ,,Drawdown„* hat jede Menge Lösungsvorschläge parat. So setzten sie beispielsweise auf ,,Alternativen Zement`´ und betonen die Wichtigkeit der Wiederverwendung, also Recycling Prozesse.

Um eben Unternehmen aufzufordern, so schnell wie möglich ,,grüne„ Alternativen zu finden, ist ein Emissionshandel  eine sinnvolle Maßnahmen. Das heißt, Deutschland steht ein jährliches CO2 Budget zur Verfügung und die Unternehmen kaufen sich Zertifikate mit denen sie sich eine bestimmte Menge CO2 kaufen und untereinander handeln können, je nachdem, ob das eine Unternehmen mehr oder eben weniger CO2 benötigt.

Experten stellen allerdings auch klar, dass hierfür eine europäische Lösung am sinnvollsten ist, da Deutschland sonst an Standortfähigkeit im Wettbewerb verlieren würde.

Das der Emissions Handel genauso wie die CO2 Steuer auch seine Tücken hat, muss beachtet werden. In diesem Blog schneide ich Lösungsansätze nur an und widme mich der CO2 Steuer nochmals in einem eigenen Beitrag.

Für die Industrie ist der Emissionshandel eine sehr innovative Maßnahme umweltfreundlicher zu werden, denn Ihnen wird lediglich eine Grenze gesetzt, den Weg zum Ziel können sie selbst gestalten. Der Wettbewerb wird angeregt. Wer hat die besten, grünsten und effektivsten Methoden?

Lösungen im Gebäudesektor

Ein latenter Klimaschädligssektor ist die Gebäudewirtschaft. Es werden weder dunkle Gase ausgestoßen oder stickige Luft verursacht, und dennoch verbrauchen veraltete Heizsysteme und schlechte Isolationen eine Menge Energie.

Neubauten sollen von Anfang an auf eine richtige Isolation und ein adäquates Heizsystem überprüft und auch nur dann zum Bau und Einzug erlaubt sein. Alle anderen Gebäude benötigen, es liegt auf der Hand, eine Sanierung.  Die Lösung ist auch hier einfach, gäbe es nur keine Hürden. Die Finanzierung ist sehr teuer und es gibt unzählige Sanierungsarbeiten zu erledigen. Für die Beschäftigten ein riesen Geschäft, nur wie soll all dies finanziert werden?

Eigentümer könnten Fördergelder erhalten und Kennzahlen, die sie verpflichten Standards einzuhalten. Das Öko- Institut e.V. empfiehlt in Studien zu investieren, die intelligente Sanierungskonzepte vorlegen. Gäbe es beispielsweise eine CO2 Steuer könnte ein Teil der Steuereinnahmen für die Sanierungen aufgebracht werden.

Fazit

Im Grunde liegen für jeden Sektor eine Vielzahl an Möglichkeiten vor und die technische Umsetzung ist theoretisch auch möglich. Ich könnte noch viele weitere Lösungen aufzählen, beispielsweise was die CO2 Speicherung der Moore oder den Sektor Landwirtschaft betrifft. Der politische Wille ist aber vor allem entscheidend, und natürlich auch die Finanzierbarkeit.

Die Investition in genau diese Sektoren ist jedoch von immenser Bedeutung für die Zukunft gegenwärtiger und zukünftiger Generationen, so dass die Option des Nicht Handelns destruktiv und irreversibel wäre, denn das Geld was wir jetzt investieren ist nichts im Vergleich dazu, was ohne baldige Maßnahmen ausgegeben werden müsste.

Alles in allem gibt es breits technische als auch wissenschaftlich fundierte  Lösungsansätze. Die Frage nach dem wie, dürfte weiten teils geklärt sein. Es gibt Lösungen! Natürlich sind diese nicht so einfach wie in diesem Blogpost beschrieben. Dahinter stecken komplexe Fragen, der Finanzierung, des Personals, des Aufwands usw. Sehr komplex also.

Dies darf jedoch nicht daran hindern zu agieren. Die Zeit läuft buchstäblich davon die Klimaziele einzuhalten. Vermutlich wird es sogar wirtschaftliche Einbuße geben, doch das wird nicht im Gegensatz dazu sein, was auf uns zukommt, wenn wir die Ziele nicht einhalten. Ich plädiere daher schnellstens zu handeln.

Quellen:

*https://www.mcc-berlin.net/forschung/co2-budget.html

*https://www.mdr.de/wissen/deutschland-top-fuenf-klima-emissionen-100.html

*https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/2030_kohlefrei_fraunhofer_iee_greenpeace.pdf

*https://www.youtube.com/watch?v=Az-Fr8DkhMQ

*https://www.volker-quaschning.de/artikel/2019-05_Stellungnahme-Kohleausstieg/index.php

*https://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/wirtschaft-umwelt/umweltschaedliche-subventionen#umweltschadliche-subventionen-in-deutschland-

*https://www.zeit.de/politik/deutschland/2020-01/gesetz-kohleausstieg-kabinett-beschluss

https://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/01_Umweltgutachten/2016_2020/2020_Umweltgutachten_Kap_02_Pariser_Klimaziele.pdf?__blob=publicationFile&v=21

*https://www.mdr.de/wissen/deutschland-top-fuenf-klima-emissionen-100.html#sprung1

*https://www.youtube.com/watch?v=4K2Pm82lBi8

*https://www.tagesschau.de/faktenfinder/co2-emissionen-103.html



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Emil Köhnen
Emil Köhnen
12 Tage zuvor

Genau richtig beschrieben, jetzt zählen nur noch Taten und zwar jetzt!!!