Monat: März 2021

Krisenmanagement: wie man aus dem Jammern raus kommt

Krisenmanagement: wie man aus dem Jammern raus kommt

Krisenmanagement und wie man aus dem Jammern rauskommt Wie will ich mit den Krisen der heutigen Zeit umgehen?   Eine Bekannte berichtete mir neulich, dass sie nicht mehr für diese Welt gemacht sei. Es ginge ihr alles zu schnell, zu vernetzt, zu viel. Dieses Gefühl 

Warum die Bundestagswahl so wichtig für den Klimaschutz ist

Warum die Bundestagswahl so wichtig für den Klimaschutz ist

Die Bedeutung der Bundestagswahl für das Klima In diesem Jahr wird gewählt. Nicht nur einen oder eine neue Regierungschef*in, sondern auch, wie die Zukunft des Klimaschutzes in Deutschland weiter gehen soll. Diese Wahl ist so unheimlich entscheidend und wichtig, denn eine Legislaturperiode dauert 4 Jahre. 

Die deutsche Kolonialzeit- wie viel weißt du darüber?

Die deutsche Kolonialzeit- wie viel weißt du darüber?

 

Es ist schon erstaunlich, wie wenig die Deutschen über ihre Kolonialzeit wissen. Als gäbe es einen weißen Fleck in unserer Geschichte. Wir wissen kaum etwas darüber und sorgen auch nicht dafür, dass sich dies ändert.

Deshalb möchte ich einen ganz kleinen Einblick in die Geschichte, der Kolonialzeit der Deutschen, aufzeigen.

Die Hereros

1884 beschloss Otto von Bismarck Ländereien entlang der namibischen Küste zu übernehmen. Deutsche Bauern und Handwerker sollten sich dort ansiedeln und Land sollte für sie enteignet werden.

Zu dieser Zeit lebten etwa 80.000 Hereros im Gebiet Deutsch-Südwest. Sie stellten die größte Bevölkerungsgruppe dar. Mit der Ansiedlung der Deutschen wurden die Herero unterdrückt und immer abhängiger. Sie mussten Land abgeben und sich als ,,Lohnarbeiter*innen“ anbieten.

Die Herero fühlten sich von den Deutschen zunehmend unfair behandelt, und so griffen 1904 einige Krieger deutsche Handelsstationen und Eisenbahnstrecken an. Lothar von Trotha wurde zum Kommandanten der Deutschen und wollte in der Schlacht am Waterberg die Hereros besiegen, allerdings konnte er sie ,,nur“ in die Wüste von Omaheke treiben.

Der Zugang zu Wasser wurde ihnen systematisch abgeschnitten und sie verdursteten qualvoll. Rund 1/3 überlebten nur noch. Dabei wurde auch das Nama- Volk  brutal ermordet.

Ihre Skelette wurden teils in Museen des deutschen Reichs ausgestellt. Lothar von Trotha sagte einst:   „Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber oder Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück oder lasse auf sie schießen.“.

Als die Nachricht der grausamen Vernichtungspolitk in Deutschland ankam, stoppte der Kaiser mit Widerwillen das Vorgehen, indem die Überlebenden ins Konzentrationslager gebracht und zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Die Deutsche Kolonialherrschaft in Südwestafrika endetet erst 1915.

Was geschah danach?

Im September 2001 wurde die Bundesrepublik von den Hereros auf Reparationszahlungen verklagt. Die Bundesrepublik lehnte allerdings eine finanzielle Entschädigung ab. Viele Historiker bezeichnen diese brutale Ausrottung der Herero als ,,erster Völkermord des 20 Jahrhunderts“. Doch auch die Anerkennung als Völkermord  lehnt die Bundesrepublik ab.

Was fehlt?

Die deutschen Hilfezahlungen seit 1990 belaufen sich zwar auf 700 Millionen Euro, doch das reicht längst nicht aus, um historische Verantwortung zu übernehmen.

Meiner Meinung nach müssten in allen Lehrplänen, im Geschichtsunterricht der Schulen, die deutsche Kolonialzeit ein Thema sein. Es fehlt eine offizielle Entschuldigung Deutschlands gegenüber den Hereros und Namas* und in deutschen Museen dürfen keine Ausstellungsstücke aus kolonialer Zeit vorhanden sein.  Es fehlt noch einiges, um die koloniale Vergangenheit aufzuarbeiten.

Vor allem fehlt aber ein kollektives Bewusstsein über die schwere Last die Deutschland nicht nur gegenüber Juden und Jüdinnen mit sich trägt, sondern auch gegenüber BPOCs ( Black Indigenous People of Color). Umso dramatischer ist es, wenn wir kaum antirassistische Ausklärungsarbeit leisten, wenn lediglich weiße Menschen sich im TV darüber unterhalten, wie schwer und übertrieben es doch sei, dass N* -Wort nicht mehr zu sagen.

Wir müssen also noch eine Menge tun, um unsere Vergangenheit aufzuarbeiten und vor allem die Gegenwart und Zukunft antirassistischer, verantwortungsbewusster und gerechter zu gestalten.

Aufklärung ist schon mal ein erster Schritt, um sensibler gegenüber BPOCs und anderen diskriminierten Minderheiten zu werden.

Wie kannst du dich weiter informieren und sensibler werden?

 Um mehr über Rassismus zu erfahren, empfehle ich das Buch ,,exit racism“  von  Topoka Ogette (gibt´s übrigens auch als Podcast). Mir hat das Buch die Augen geöffnet und nochmals eine ganz andere Perspektive näher gebracht.

Ebenso so aufschlussreich ist das Buch ,,Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen“ von Alice Hasters.

Ganz zentral dabei sind zwei Punkte:

1.) Rassistisch ist nicht nur der Neonazi in Dresden, rassistisch sind wir alle.

2.) Es geht nicht darum, dass eine rassistische Aussage nicht böse gemeint war, sondern darum wir sie bei den Betroffenen wirkt.

 

  • Die Namas und Hereros sind nicht die einzigen Völker denen Deutschland eine Entschuldigung schuldet. Deutschland hat noch in weiteren Teilen der Welt kolonialisiert.

Quellen:

Herero-Aufstand 1904 – Geschichte kompakt (geschichte-abitur.de)

Der Herero-Aufstand – WAS IST WAS

Völkermord an den Herero | segu Geschichte (segu-geschichte.de)

Januar 1904: Herero-Aufstand in Deutsch-Südwestafrika | bpb