Monat: August 2020

Widersprüchlich denken und handeln

Widersprüchlich denken und handeln

Kognitive Dissonanz Wo liegt die Gemeinsamkeit:  Wir gehen zu „Black Lives Matter„ Demos  und kaufen weiterhin Ware, hergestellt unter unwürdigen Zuständen von nicht- weißen Menschen, oder wir wollen beispielsweise nicht, dass eine fremde Person alles über uns weiß, und lassen dies bei unserem Smartphone dennoch 

Ist unsere Gesellschaft narzisstisch?

Ist unsere Gesellschaft narzisstisch?

Individualismus Der Individualismus nimmt in unserer Zeit eine sehr große Rolle ein. Wir bekommen immer wieder zu hören, unsere Gesellschaft sei so narzisstisch. Der Duden definiert Narzissmus als: ,,übersteigerte Selbstliebe, Ichbezogenheit´´ 1. Die Ichbezogenheit trifft wohl bei den meisten zu.  Wenn wir mal ehrlich sind, 

Strukturwandel Klimaschutz-Priorität Nr.1

Strukturwandel Klimaschutz-Priorität Nr.1

Umwelt

Umwelt, Umwelt, Umwelt. Man kann es schon fast nicht mehr hören, oder?  Wir müssen aber! Der Klimawandel bzw. Umweltschutz ist wie ein neu dazu gewonnenes Haustier. Es gehört plötzlich zum Leben dazu und es gilt auf einmal vieles umzustellen.

Noch nie wurde so viel über die Umwelt diskutiert und gestritten wie heute. Fridays for Future ist nicht unschuldig daran. Schon abstrus, dass sich die Jugend, um die Fehler der älteren Generationen kümmern muss. So gut wie jeder junge Mensch weiß, Umweltschutz ist wichtig. Die älteren Generationen realisieren dies ebenfalls. Und zwar nicht nur die typischen Öko- Polygamisten, auch wenn sie vielleicht vermehrt auf  Demos zu finden sind. Die wenigsten bestreiten, dass mehr für den Klimaschutz getan werden muss. Außer vielleicht ein paar alt eingesessene Donald Trump Anhänger und sonst welche Verschwörungstheoretiker.

Unser Verhalten passt nicht zu unseren Zielen

An etwas zu glauben und dann auch dafür zu handeln sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Immer wieder hört man die Behauptung: ,,Die dort oben, die Politiker müssen handeln„. Ja, das müssen sie. Wir haben trotzdem eine Verantwortung. Wenn wir selbst nichts zum Klimaschutz beitragen, dann helfen wir der Erde kein Stück.

Noch immer kaufen sich Menschen Säfte in Plastikbechern und packen ihr Obst in Plastiktüten ein. Umweltschonendes Verhalten ist noch nicht bei jedem angekommen. Dabei ist doch mehrheitlich Konsens, dass unsere Erde leidet.

Natürlich, ist es unbequem umweltfreundlich zu handeln, doch wir müssen längst nicht alles aufgeben. Ein lang ersehnter Flug ist doch in Ordnung, aber nicht jedes Jahr und anstatt im Supermarkt alles in Plastik einzuhüllen, könnte man lieber das nachhaltige Netz kaufen. Die kleinen Aktionen, können summiert Großes bewirken. Wir als Kollektiv können tatsächlich etwas verändern.

Was jedoch den größten umweltverschmutzenden Anteil der privaten Haushalte ausmacht, ist nicht  der Plastikbecher, sondern die Art wie wir heizen und welchen Strom wir beziehen.*( siehe Link, Ende des Beitrags)

Mittlerweile habe ich den Eindruck, es liegt eine Art ,,Umweltshaming„vor. Menschen verurteilen sich gegenseitig für ihr umweltschädliches Verhalten. Dies erhöht den Druck umweltfreundlich zu handeln, gleichzeitig fühlen sich Menschen auch angegriffen und können kaum fassen, dass sie für ihren Flug nach Mallorca nun veurteilt werden. Schnell kann eine Trotzreaktion entstehen.

Mit der neuen Priorität wachsen

Nachdem die Umwelt jahrelang kein großes Thema war, müssen wir uns selbstverständlich erst daran gewöhnen, dass es mittlerweile kaum ein bedeutsameres Thema gibt. Noch vor ein paar Jahren beschäftigten sich die wenigsten mit CO2 und dem Treibhauseffekt. Das sah und sieht man auch an unserem Lebensstil.

Greta Thunberg hat massiv zur Bewusstmachung des Problems beigetragen.  Hass einiger Politiker auf junge Mädchen zu schüren geht dabei gar nicht. Umweltschutz heißt nichts anderes als Menschenleben zu schützen und die Zukunft zu bewahren. Klimaschutz ist auch ein mühseliges Thema, denn es bedeutet Spontanität ein Stück weit zurück zudrängen und stattdessen voraus zu planen.

Vielmehr ist Klimaschutz ein struktureller Wandel, der die Wirtschaft, die privaten Haushalte, nahezu jeden betrifft. Dafür können wir langfristig gesehen Lebensqualität und insbesondere Leben sichern.

Das Thema ist deshalb so mühselig, weil wir unseren jahrelang durchgeführten Lebensstil auf einmal ändern müssen. Das fällt schwer. Gewohnheiten wie mit dem Auto zum See fahren oder mal eben nach Berlin fliegen, fallen flach. Das Problem ist nur, dass die meisten nicht einsehen ihre eigenen Wünsche und Prioritäten zurück zu drängen, wie beispielsweise den alljährlichen Flug nach Mallorca, und die Ursache des Problems auf andere schieben.

Es gibt nicht einen Schuldigen, wir alle sind schuld. Wir erleben hier ein typisches Paradox. Die Einsicht der Notwendigkeit des Klimaschutzes ist vorhanden, nur die Umsetzung beziehungsweise die Bereitschaft fehlt.

In der Politik stehen wir  noch vor viel größeren Herausforderungen. Fragen wie ,, Wie geht Klimaschutz mit Bestehung des Wohlstands einher?„ oder ,, Wie können wir weltweit zusammen das Klimaziel erreichen?´´ lassen Politiker*innen den Kopf zerbrechen, sofern sie den Klimaschutz auch ernst nehmen.

Ausreden für Klimaschutz

Zudem geht der Umweltschutz auch mit Jobverlusten einher. Diese These verwenden Klimaschutzgegner häufig, um Maßnahmen für den Schutz des Klimas schlecht zu reden. Wir dürfen nicht vergessen, dass dies auf Grund der Digitalisierung sowie der Globalisierung in vielen Bereichen eintrifft und deshalb benötigen wir eine groß angelegte Lösung. Umschulungen sind sehr sinnvoll, wenn es um Arbeitsplatz Sicherungen geht. Der Sündenbock Klimaschutz gilt also nicht. Zumal die Kohleindustrie mit 40 Milliarden Fördergeldern entschädigt wird. Eine Industire, die sich selbst kaum über Wasser halten kann und keine Zukunft hat.*

Investiere ich unsummen in mein Haus, dass in spätestens 15 Jahren Brach liegt?

Voruteile

Leider werden Umweltschützer noch vermehrt als ,,Ökos„ oder ,,Linke„ abgestempelt und nicht ernst genommen. ,,Ach schau mal, da sind sie wieder, die pflanzenfressenden Leinenshirtträger„. Nur wegen des Ökoklischees sollte man die Anliegen dieser Menschen nicht weniger ernst nehmen. Anzugträger als auch auf modebewusste Frauen und Männer können ebenfalls für den Schutz des Klimas sein und nicht nur ,,linke´´ Bürger*innen sind für eine lebenswerte Zukunft.

Wenn es um den Klimaschutz geht, sind alle betroffen, egal woher, welches Gehalt oder welches Aussehen. Keine Herausforderung, benötigt die Zusammenarbeit aller Menschen dringender, als das Problem der Erderwärmung. Auf Egoismus und Vorurteile müssen wir für den Erhalt unserer Erde verzichtet werden.

Wieso kommt das Thema erst jetzt bzw.in den letzten Jahren derart intensiv auf?

Die Medien und Menschen sprechen so oft über das Thema, weil wir den Folgen kurz bevor stehen und einige auch bereits erlebt haben. Wir haben schon extreme Hitze im Sommer erlitten, aber auch starke Unwetter und Stürme. Fast überall auf der Welt haben wir extrem Wetter zu spüren bekommen. Und die Zukunft wird wohl nicht rosiger aussehen. Wenn in Zukunft nichts getan wird, dann können wir davon ausgehen, dass Länder bzw. Inseln überschwemmt werden und Menschen, besonders in Entwicklungsländern, ihre Existenz verlieren und wir von einem Extrem ins andere geraten.

Die Artenvielfalt geht natürlich zurück und wir werden uns nur noch Fotos, von speziellen Tierarten wie Pandas, ansehen 1. Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass pro Minute rund 30 Fußballfelder Fläche des Regenwaldes abgeholzt werden 2. Also wird genau die Gegenmaßnahme zur Beseitigung des Klimawandels erreicht.

Für nachkommende Generationen wird die Erde kein lebenswerter Ort mehr sein. Denken wir also  an den Klimawandel, dann sollten wir auch die folgenden Generationen in unseren Gedanken mit einbeziehen und auf Egoismus verzichten. Das „7- Generationen- Prinzip„ der Irokesen 3 kann uns zum Vorbild dienen. In unserem Vorgehen sollen wir so handeln, dass die siebte Generation für die Zukunft mitbedacht wird. Dieses Denken ist vorbildlich.

Es müssten sich nur sieben Milliarde Menschen daran halten. Vielleicht reicht es auch wenn sich schon Industrienationen wie die Deutschland, USA oder China daran halten? Jedenfalls würden die meisten Menschen ihren Enkelkindern oder Kindern eine Zukunft gönnen, in der sie ohne Maske und Luftverpestung vor die Tür treten können. Die ganzen Folgen müssen gar nicht eintreten, wenn wir dies verhindern. Klimaexperten meinen es können ab dem Jahr 2030 4 bereits Folgen des Klimawandels eintreten, die einen irreversiblen Schaden zufügen würden.

Die Zahl ist erschreckend und macht Angst. Angst gelähmt, daher haben wir lieber Mut uns der Herausforderung der Aufhaltung der Erderwärmung zu stellen.

Kritik an Fridays for Future

Bei alle den dramatischen Folgen des Klimawandels muss sich Fridays for Future des Öfteren auch  noch Kritik unterziehen. Zunächst wurden sie auf Grund der Streiks während der Unterrichtzeit kritisiert. Die Argumentation verstehe ich zwar, aber ohne die Streiks an den Freitagen hätte die Klimabewegung natürlich nie so viel Aufmerksamkeit erhalten und wäre publik geworden.

Die Klimabewegung hat immer hin schon über 300.000 Leute mobilisieren können und weltweit Aufmerksamkeit geschaffen 5. Dies reicht jedoch nicht, um Kritiker zu überzeugen. FFF wird vorgeworfen, dass sie nur aus einer gutgebildeten sozialen Elite bestünden, andere gar nicht inkludieren würden, und sogar Unverständnis für ärmere Menschen hätten, die sich beispielsweise keine nachhaltige Nahrung leisten könnten 6.

Inklusion bei FFF

Ich kann dazu nur sagen, man findet Kritik, wo man sie finden will. Wenn bei FFF jede soziale Schicht proportional zu finden wäre, dann würden sich Kritiker etwas Neues einfallen lassen. Sie würden beispielsweise kritisieren, dass alte Leute ausgegrenzt würden. Außerdem hat die Bewegung bei ihren Demonstrationen jeden eingeladen und wer nicht kommt, dann kann FFF nichts dafür. Meine persönliche Erfahrung mit FFF ist zumindest, dass ich eine große Diversität an Menschen gesehen habe. Die Mehrheit wirkte gebildet, aber das heißt noch lange nicht, dass alle aus ein und derselben Schicht kamen.

Selbst wenn dem so sei, kann man dies den Demonstranten nicht vorwerfen. Sie sind nur dem nachgegangen, wofür sie kämpfen. Wenn ein anderer Teil der Jugend nicht an der Bewegung teilnimmt, dann hat es doch in erster Linie mit einem anderen strukturellen Problem zu tun, aber nicht mit der Bewegung. Wenn bildungsfernere Schichten zunächst an andere Probleme als an das Klima denken, dann kann man ihnen dies auch nicht vorwerfen. Natürlich denke ich zunächst an meine eigene Versorgung, dass ich bspw. die Miete zahlen kann, bevor in an die Abschaffung der Kohlekraftwerke denke.

Klimawandel ist kein elitäres Problem. Besonders ärmere Leuten bekommen die Folgen des Klimawandels unmittelbar zu spüren.

FFF hat sicherlich nicht die Intention Leute auszuschließen, vielmehr wünschen sie sich Leute zu inkludieren und für das Thema zu begeistern. Wie heißt einer ihrer Demosprüche so schön: ,, Leute lasst das glotzen sein, reiht euch in die Demo ein„.Es wird sich doch so oft über die Politikverdrossenheit der Jugend beschwert. Hier sind sie, junge Menschen, die aktiv etwas gegen die Klimakrise tun. Anstatt massive Kritik hageln zu lassen, wäre ein Dankeschön angebrachter.

Quellen:

*https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen

*https://www.deutschlandfunk.de/foerdergelder-fuer-kohle-regionen-aus-oekonomischer-sicht.694.de.html?dram:article_id=449388

1) https://ec.europa.eu/clima/change/consequences_de

2) https://www.focus.de/wissen/natur/regenwald-zwoelf-millionen-hektar-tropenwaelder-pro-jahr-zerstoert_id_10630771.html

3) https://www.umweltdialog.de/de/management/wirtschaftsethik/2018/Das-Siebte-Generation-Prinzip-der-Irokesen.php

4) https://www.mckinsey.de/news/presse/2020-01-16-mgi-cli

5)https://www.deutschland.de/de/topic/umwelt/fridays-for-future-deutschland-ziele-und-erfolge

6)https://www.jetzt.de/politik/clemens-traub-kritik-an-fridays-for-futuremate-risk